Dunkel? Bei uns?

Oh nein, für uns ist nicht der „Black Friday“ der Tag, an dem es dunkel in den Brieftaschen wird. Bei uns Erzgebirgern zählen noch andere Werte, wie wir in den hell erleuchteten Fenstern mit Schwibbögen, Engel und Bargmaa sehen.

Da macht die Fahrt in die Schule doch gleich einmal mehr Spaß als im November. Auch in unserer Schule wird geschmückt und die Vorfreude steigt.

Geschenke sind in Vorbereitung.

Die Mittelgruppenkinder freuen sich auf die letzten beiden Wochen ganz besonders, weil da die Schule in eine Wichtelwerkstatt verwandelt wird. Dank unserer Eltern, die mit eigenen Bastelideen eine Werkstatt betreuen, dank der Lehrerinnen und Lehrer, die schon lange alles geplant und vorbereitet haben, dank der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des gesamten Personals werden diese Tage erlebnisreich. Sie vermitteln, dass Weihnachten nicht nur ein Fest des Konsums, sondern ein Fest des Gebens, guter Gedanken für alle, die man liebt, für die man bäckt, bastelt und schreibt.

Geschrieben werden nicht nur gute Wünsche in schön gestaltete Weihnachtskarten, sondern auch Krimis in selbst gebundene Bücher von den 8. Klassen. Ja, überall herrscht die Vorfreude auf unser besonderes Fest im Weihnachtsland Arzgebirg. Und weil Sie, liebe Leser hier im Arzgebirg, fleißig schmücken, basteln, schnitzen, un ebber a Hutzen oder ze Rocken gieh, wünschen wir abschließend Ihnen allen ein wunderbares, friedvolles Fest mit allen, die Sie lieben. Halten Sie in Ihren Familien zusammen, bleiben Sie unserer Jenaplanschule verbunden und bleiben Sie gesund.

Falls Sie jetzt noch Zeit haben, möchte ich Ihnen vorab ein Gedicht aus meinem Weihnachtsbuch „Weihnachtsland Arzgebirg“ schenken, denn die tollen Gedichte unserer, Ihrer Kinder werden Sie vielleicht unterm Weihnachtsbaum finden.

Engel und Bargmaa

Kimmt de Weihnachtszeit mit ihrm Zauberhauch,

nochert isses bei uns e schiener Brauch,

do stelln mir Engel un Bargmaa ins Fanster nei,

su gegensätzlich die Zwee a sei.

Dr Bargmaa, obnds drackig wie sei Arschlader frieh,

tut nabn en setten weißen Engele stieh.

Des aane kimmt vun ubn, des annere vun unten,

mer frogt siech, war hot die ner verbunden?

Des war unnere Sehnsucht in dunkelster Nacht,

wu des Engele su strahlend uns Hoffning bracht.

Un noch heit zeigt jedes Kinnergesicht:

Noch jeder Nacht kimmt es Tog, noch Dunkelheit Licht.

Engel un Bargmaa stinne eng zesamm,

weil die Himmel un Ard vereinigt hamm.

Esu wie die zwee machens unnere Leit,

halten zamm, net ner in dr Weihnachtszeit.

Karin Anfelder

 

Karin Anfelder, Lehrerin an der Jenaplanschule Markersbach